Tagesschulen, die einzige Lösung?

Tagesschulinitiative

In Bern wollen viele Politiker mehr Tagesschulen initiieren. Das entspricht dem heutigen Bedürfnis. Die Kinder sollen ganztags betreut sein, damit die Eltern arbeiten können und sich die Arbeitgeber nicht auf Familienbedürfnisse einstellen müssen.

Obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass heute andere Massnahmen zur Familienförderung ergriffen werden müssten, kann ich das Bedürfnis nach Kinderbetreuung nachvollziehen. Trotzdem ist es mir ein Anliegen, ein paar kritische Gedanken zu äussern.

Kritische Gedanken

Ich kann mir vorstellen, dass es Kinder gibt, die gerne von morgens bis abends unter vielen Kindern verweilen und dadurch nicht erschöpfen.
Ich war kein solches Kind. Obwohl ich recht gerne zur Schule ging, leicht lernte und von Kindern und Lehrern gemocht wurde, war ich jeden Tag froh, am Mittag und am Nachmittag nach der Schule heimgehen zu können. Natürlich war ich glücklich, wenn ich auf dem Schulweg noch ein bisschen mit meinen Freundinnen trödeln und plaudern konnte. Doch war ich immer froh, mich dann zuhause entspannen zu können. Ich erinnere mich gut daran, wie sehr ich die Mittagszeit zuhause schätzte. Da konnte ich kurz kleine Sorgen besprechen und mich entspannen. Oft warf ich mich noch ein bisschen auf mein Bett und tauchte in ein Buch ein. So gestärkt, konnte ich den Nachmittag in der Schule dann in Angriff nehmen. Dieses Gefühl der  Entspannung kann ich noch heute fühlen.

Diese kleinen Auszeiten während des Tages haben mir die Schulzeit sehr erleichtert. Ich bin sicher, dass dadurch auch die Konzentrationsfähigkeit erhöht wurde. Die Vorstellung, dass ich den ganzen Tag unter vielen andern Kindern hätte verbringen müssen und keine Rückzugsmöglichkeiten gehabt hätte, finde ich persönlich schrecklich. Heute wird geklagt, dass die Kinder weniger konzentriert, ausgeruht und entspannt sind. Ob da Tagesschulen die richtige Lösung sind?

Anliegen

Ich frage mich, ob gerade die linken PolitikerInnen nicht ausschliesslich die Frauen und deren Emanzipation im Kopf haben und dadurch die Bedürfnisse der Kinder ausgeblendet werden. Wie wohltuend empfände ich es, einmal eine junge Frau und Politikerin zu hören, welche versuchen würde, aus der heutigen Polarität auszubrechen und neue Modelle der Kinderbetreuung bzw. Arbeitstätigkeit durchzudenken. Ich kann mir gut andere Modelle vorstellen, als die gängigen. Heute vertritt man entweder eine rechte Position, wo die Frauen zuhause zuständig für die Kinderbetreuung sind und nicht in ihrem Beruf arbeiten. Oder man vertritt die linke Position, wo es eine obligatorische Ganztagesschule gibt. Da wird  die Frauen und die Integration ausländischer Kinder gedacht. Aber Kinder wie mich, die während des Tages Ruhezeiten bräuchten, werden übergangen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Kinder Rückzugszeiten brauchen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Also, denken wir weiter und suchen bessere Lösungen!

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