Gibt es keine Alternativen zu Kindertagesstätten?

Schon wieder sind Forderungen nach mehr und bezahlbaren Kindertagesstätten in den Schlagzeilen. Warum sind gut gebildete Eltern so erpicht darauf, ihre Kinder in Krippen zu stecken?

Ich plädiere nicht dafür, dass die Frauen im Haus und am Herd bleiben sollen. Im Gegenteil: Frauen sollen sich weiterhin gut ausbilden und eine wichtige Rolle spielen in Wirtschaft und Politik. Es muss möglich sein, Kinder zu bekommen und diese zu betreuen. Doch müssen deswegen immer mehr Kindertagesstätten entstehen? Mich schaudert etwas beim Begriff „Kindertagesstätte“. Sind Eltern also nur noch zuständig für Kindernachtstätten?

Die Arbeitswelt und Politik in der Pflicht

Meiner Meinung nach ist vor allem die Arbeitswelt gefordert. Warum können nicht mehr Männer und Frauen selbstverständlich Teilzeit arbeiten? Warum werden Familien finanziell nicht besser entlastet, damit das Arbeitspensum den Zeitbedürfnissen von Familien entspricht?

Es wäre sicher sinnvoller, Familien finanziell zu unterstützen als immer mehr Geld in teure Kindertagesstätten zu investieren. Auch könnten Familien unterstützt werden, welche sich zu einem Kollektiv zusammen schliessen, um gemeinsam die Kinder zu betreuen.

Sind Kitas geeignet, um Kinder zu betreuen?

Natürlich werden heute die Fachfrauen Betreuung Kind (ehemals Kleinkinderzieherinnen) fachlich gut ausgebildet. Doch arbeiten sehr viele sehr junge Praktikantinnen in den Kitas. Ohne diese könnten die meisten Kindertagesstätten den Betrieb nicht aufrecht erhalten. Sind also diese Menschen tatsächlich besser befähigt, Kinder zu betreuen als Grosseltern, tolle Nachbarn oder andere Eltern? Und entspricht ein Tagesaufenthalt unter vielen Kleinkindern dem wirklichen Entwicklungsbedürfnis von Kindern?

Szenario

Folgendes Szenario wäre aus meiner Sicht wünschenswert:

Einige Familien schliessen sich zusammen und teilen sich die Kinderbetreuung. Jeder Elternteil arbeitet Teilzeit und schaut ebenfalls Teilzeit zu den Kindern. Die Kinder haben so viel Kontakt zu Kindern, Erwachsenen und unterschiedlichen Familien. Der Rahmen ist jedoch keine Institution, sondern ein familiärer Rahmen. Auch die Anzahl der Kinder bliebe so überschaubar und gesund. Warum nicht die noch vitalen Grosseltern einbeziehen oder den langjährigen Nachbar, der das Rentenalter erreicht hat. Viele Rentner engagieren sich bereits heute in den Schulen und sind unterstützende Helfer für die geforderten Lehrerinnen und Lehrer. Mit den heutigen technologischen Mitteln ist es kein Problem mehr, eine Plattform zu generieren, um solche Menschen zu erreichen, zu vernetzen und zu vermitteln. 

Und es wäre selbstverständlich, dass die Gesellschaft auch für solche kindergerechte Betreuungsmodelle Geld investieren würde.

Ich bin sicher, dass diese Form für die Entwicklung der Kinder besser wäre. Der Stresspegel der Kleinkinder würde gesenkt, das Familienbudget geschont und Steuergeld dadurch optimiert eingesetzt. 

Denken wir darüber nach!

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