Freilernen während der Unterstufe
Viele Eltern, die sich entscheiden, ihr Kind frei lernen zu lassen, begründen diesen Entschluss wie folgt: „Unser Kind lernt seit es auf der Welt ist. Wieso sollte es plötzlich zum Lernen angeleitet werden und dazu in eine Institution gehen? Das Kind kann weiterhin seinen Bedürfnissen und Interessen folgen und so die Welt erforschen, lernen und sich bilden.“ 
Alles spricht während dieser Zeit für das Konzept des Freilernens. Es ist logisch und von allen gut nachvollziehbar. 

Freilernen während der Mittelstufe
Während der Grundschulzeit bleiben diese Eltern auch recht gelassen und finden, dass ihr Kind genug lernt. Ist das Kind dann im „Mittelschulalter“, wird der Schulstoff oft nicht einfach mehr so nebenbei gelernt. Nun geraten bereits einige Eltern in Stress. Oft wird der Stress natürlich dadurch ausgelöst, dass die Inspektoren auf das Einhalten des Lehrplans pochen oder Familienmitglieder, wie die Grosseltern zum Beispiel finden, dass das Kind nicht genug oder das Richtig lernt. Doch auch bei den Eltern gibt es in dieser Zeit meist die ersten Zweifel, ob dieser freie Weg wohl zum gewünschten Ziel führen wird.

Freilernen während der Oberstufe
Nun ist das Kind ein Teenager und im „Oberstufenalter“. Der Stoff in der Schule ist bereits recht spezialisiert und auf Fremdsprachen wird immer mehr Wert gelegt. Sollte es bis jetzt noch entspannte Eltern geben, ändert sich dieser Zustand spätestens ab diesem Zeitpunkt. Nun stellt man fest, dass das Kind zwar immer noch viel lernt, aber halt nicht das, was in der Schule durchgenommen wird. Oft ziehen sich die pubertären Kinder altersgemäss in sich zurück, und es sind vielleicht nicht mehr so viele Aktivitäten zu erkennen. Nun sind die Eltern alarmiert: „Aus unserm Kind wird nichts. Es wird so keine Lehre oder weiterführende Schule besuchen können. Sollte das Kind nicht lernen sich durchzubeissen? Hilfe!“

Lebenslanges Freilernen
Es gibt diese Ausnahmeeltern, welche gelassen und mit Neugier und Freude ihr Kind auf seinem freien Lernweg begleiten. Was die Schule lehrt, kümmert diese nicht, und sie halten es aus, wenn äusserlich sichtbar, gerade nichts mehr geschieht; auch wenn das mehrer Monate andauert. Diese Eltern vertrauen darauf, dass ein eigenständiger Lernweg nicht irgendwann einfach aufhört, sondern lebenslang erhalten bleibt. Diese Eltern begleiten ihre bereits älteren Kinder als Orientierer. Sie fördern sie dort, wo diese gefördert werden wollen, geben Inputs und sind mit ihnen im Abenteuer „Leben“ unterwegs. Wenn sich diese Kinder entscheiden, keinen formalen Ausbildungsweg zu beschreiten, heissen sie diese Entscheidung genau so willkommen, wie die Entscheidung eine Lehre oder eine weiterführende Schule zu absolvieren. 

Freies Lernen – Wie geht das?
Freies Lernen ist ein lebenslanges Lernen in Freiheit. Jede Lernentscheidung ist freiwillig und wird vorbehaltlos von den Eltern unterstützt. Dieser Weg ist für uns beschulte Eltern schwierig zu gehen und auszuhalten. Aber der psychische, materielle und energetische Aufwand lohnt sich.

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