Freilernen: Frauen zurück an den Herd

Freilernen: Frauen zurück an den Herd?

Wer kümmert sich um die Kinder?

In den meisten Schweizerfamilien ist es die Frau, die sich hauptsächlich um die Kinder kümmert. In Freilernfamilien ist es nicht anders.

Dass beide Partner arbeiten, kommt in den wenigsten Freilernfamilien vor. Oft äussern die Frauen in meiner Beratung die Angst, nur noch für die Familie da zu sein und die eigenen Bedürfnisse nicht mehr leben zu können. Die Angst ist begründet. Die Frauen bekommen auch von ihren Partner, die das Freilernen zwar bejahen, oft wenig Unterstützung oder werden sogar in Frage gestellt.

Das stimmt mich nachdenklich.

Ich bin eine Befürworterin der freien Bildung. Mir ist bewusst, dass freie Bildung in der heutigen Gesellschaft bedeutet, dass die Kinder in der Familie betreut werden, welche keine staatliche Unterstützung bekommt. Der Staat will Einheitskinder und unterstützt vor allem die Volksschule.

Ausgangslage

Männer verdienen immer noch besser als Frauen. Und sobald Kinder da sind, ist es meistens die Frau, die ihre Arbeit reduziert oder ganz aufgibt, um den Kindern gerecht zu werden. Werden die Kinder eingeschult, gibt das den Müttern mehr Möglichkeiten, im Beruf voran zu kommen. Entscheidet sich eine Familie für das Freilernen, fällt diese Freiheit weg. Und die Frauen bleiben zuhause.

Was ist wertvolle Arbeit?

Die Ausgangslage wäre eine ganz andere, wenn Arbeit grundsätzlich bezahlt würde. Wir wollen zur Zeit noch kein bedingungsloses Grundeinkommen. So wäre es nur recht und billig, wenn die Menschen, die Kinder betreuen, einkaufen, kochen, putzen und waschen, für ihre Arbeit auch bezahlt würden. Warum gibt es bezahlte und unbezahlte Arbeit? Wer definiert, welche Arbeit bezahlt wird und welche nicht? Warum ist es die Arbeit hauptsächlich von Frauen, die nicht bezahlt wird? Und warum gilt unbezahlte Arbeit als wertlos?

Ich bin dafür, dass Menschen, die sich für Kinder entscheiden, auch viel Zeit mit diesen verbringen. Das stärkt die Familie. Etwas, was wir heute dringend nötig haben. Doch solange es keine gerechte Verteilung gibt, sehe ich es mit Genugtuung, wenn immer mehr Frauen hochprozentig arbeiten. Doch wer betreut nun die Kinder?

Irgendwann wird sich die Gesellschaft die Frage stellen müssen, wer einkauft, kocht, wäscht, putzt und die Kinder betreut.

It’s a man’s world

André Stern, der Freilernstar der Medien, spricht auch selten über die Rolle der Frauen in Freilernfamilien. Arno Stern, seinen Vater kennt man im Gegensatz zu seiner Mutter. Anthony, Andrés Sohn, wird auch oft erwähnt und gezeigt, jedoch nicht seine Mutter? Und wer ist André Sterns Schwester?

Auch in dieser Freilernvorzeigefamilie dominieren klar die Männer.

Wir leben unerklärlicherweise in einer von Männern gemachten Welt. Und wo steht da die Freilernfamilie? Bedeutet Freilernen ein Rückschritt für die Frauen? Ich weiss es nicht. Ich bin besorgt.

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