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Behaviorismus – die Folgen unserer Erziehung

Berufsbildung

Immer wieder stelle ich die negativen Folgen des Behaviorismus in der Berufsbildung fest.

Ich unterrichte Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Das sind Menschen, welche Lernende ab der obligatorischen Schule in eine Lehre nehmen und diese ausbilden. Wann immer ich mit ihnen über Jugendliche spreche, über deren Sein im Unternehmen und in der Berufsfachschule, erlebe ich Ratlosigkeit. Oft fallen Begriffe wie verweichlicht, kein Durchhaltevermögen und keine Leistungsbereitschaft  

Lösungen?

Wenn ich dann mit ihnen darüber diskutiere, was die Ursache sein könnte und wie das Problem angegangen werden müsste, greifen viele auf die „alten“ Erziehungsgrundsätze zurück. Sie sprechen von Konsequenzen, Strafe, Sanktionen und Disziplinierung. Wohl gemerkt, die Berufsbildner, von denen ich da schreibe, sind zwischen zwanzig und dreissig Jahre alt. In den Kursen werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie man denn im Betrieb die Jugendlichen bestrafen dürfe, wie weit man da gehen dürfe.

Schulbildung nach Behaviorismus

Ich bin zwar stets entsetzt, wenn diese Frage wieder gestellt wird. Doch ich verstehe die Berufsbildner sehr gut. Diese übernehmen Jugendliche aus den Schulen, in denen der Behaviorismus* täglich gelebt wird und die Schüler auf Lob und Strafe konditioniert werden. Nun kommen sie aus einer solche Disziplinierungsanstalt und treffen auf Berufsbildnerinnen, welche gerne kooperativ führen würden. Da prallen Welten aufeinander.

Kooperation

Natürlich gibt es viele Lernende, die sehr positiv auf dieses Kooperationsangebot reagieren. Doch je nach Schulbiografie sind die Jugendlichen damit überfordert. Die Berufsbildner müssten also zuerst Bindungsarbeit machen, damit die Lernenden Vertrauen fassen und gerne von sich aus kooperieren. Leider fehlt in den Ausbildungen oft die Zeit, um diese Arbeit zu machen. Die Leistungsansprüche an Betrieb, Berufsbildner und Lernende sind sehr hoch. Dazu kommt, dass Berufsbildner in Bindungsarbeit nicht geschult sind und es ist eigentlich auch nicht ihre Arbeit. Dieser Prozess muss im Elternhaus beginnen und in der Schule weitergeführt werden. Das jedoch geschieht nicht so oft. Also haben wir es auch mit Berufsbildnern zu tun, welche selber Bindungsdefizite haben. Dadurch können sie diese bei ihren Lernenden auch nicht beheben. Deshalb dieser regelmässige Ruf nach Disziplinierungsmassnahmen und Strafen, um die Lernenden auf ihre Ziele hin zu bewegen. Etwas, was alle in der Schule gelernt haben.

Behaviorismus

Lernen wird in behavioristischen Modellen als Verstärkung und Abschwächung von Verhaltensweisen aufgefasst. Hat ein bestimmtes Verhalten ein angenehmes Ereignis zur Folge, z.B. ein Lob, eine Belohnung oder einen Lernerfolg, so wird dieses Verhalten verstärkt. Dieser Vorgang heißt positive Verstärkung. Im Gegenzug dazu spricht man von negativer Verstärkung, wenn durch ein bestimmtes Verhalten ein unangenehmer Zustand in einen angenehmen Zustand umgewandelt wird und das entsprechende Verhalten dadurch ebenfalls verstärkt wird.

http://www.lernpsychologie.net/lerntheorien/behaviorismus

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