Aufruf an Kinderärzte und Hausärztinnen

Liebe Kinderärzte und Hausärztinnen

Das Leiden der Kinder

Ob man für das Schulsystem ist oder dagegen, soll nicht Gegenstand des heutigen Blogs sein. Wir sind uns aber wohl fast alle einig, dass es Kinder gibt, denen das heutigen Schulsystem überhaupt nicht entspricht. Und das sind meistens nicht diejenigen Kinder, die auffällig, laut und rebellisch sind. Es sind oft die Kinder, die sehr anpassungsfähig, leise und unbemerkt sind. Sie wollen auf keinen Fall auffallen und gleich sein, wie alle anderen. Auch sind sie bestrebt, der Lehrerin zu gefallen und alles gut zu machen. Diese Anpassungsleistung erfordert eine Unterdrückung von Wut und Angst, was diese Kinder meisterhaft beherrschen. Den Lehrerinnen fallen diese Kinder oft nicht auf, bei den anderen Kindern sind sie beliebt und die geforderten Leistungen können sie erbringen.

Symptome

Die Eltern erleben das Kind zuhause dann ganz anders. Die in der Schule verdrängte Wut oder Angst äussert sich nun ungebremst und explosiv. Die Eltern sehen sich mit einem wütenden und aggressiven Kind konfrontiert. Wenn das Kind diese Gefühle auch zu Hause noch immer unterdrücken kann, zeigt sich die ganze Problematik meist in psychosomatischen Leiden. Die Kinder klagen über Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Migräne, depressive Verstimmung und Lustlosigkeit. Die ganze Familie gerät unter Druck. Diese Familie besuchen dann mit ihrem Kind diverse Ärzte, Psychologinnen oder gar Psychiater, ohne dass sich die Situation zuhause grundsätzlich ändert.

Natürlich gibt es auch die rebellischen und hyperaktiven Kinder, die die Schule stören und auffallen. Diese werden meist schon sehr früh abgeklärt und abgestempelt.

Diagnose „schulkrank“

Als meine Kinder noch jünger waren, gab es Kinder- oder Hausärzte, die diese Leiden als das erkannten, was es war. Sie nannten es „schulkrank“. Diese Ärzte hatten volles Vertrauen in die Urteilsfähigkeit der Eltern und waren sich bewusst, dass Eltern ihre Kinder viel besser kennen als die Lehrer. Natürlich versuchten auch diese Ärzte zuerst, Lösungen zu finden, die es dem Kind ermöglichen würden, weiterhin zur Schule zu gehen, ohne zu leiden. Doch fand sich diese Lösung nicht, dann wurden die Familien vollkommen darin unterstützt, ihr Kind für längere Zeit oder ganz aus der Schule zu nehmen und die Bildung den Bedürfnissen des Kindes anzupassen. Keiner diese Ärzte machte sich Gedanken über die Sozialisierung der Kinder. Diesen erfahrenen Menschen war klar, dass es für eine gute Sozialisierung keine Institution brauchte, sondern einfühlsame und wohlwollende Menschen jeglichen Alters. Und besonders Eltern, die sich ganz und gar hinter ihr Kind stellten. Nur so konnte das Vertrauen des Kindes in die Eltern gewahrt werden. Etwas, was diese „alten“ Ärztinnen oder Ärzte als das Wichtigste erachteten. Diese Ärzte wollten, dass die Freude am Lernen und die Neugier erhalten blieb. Wir wurden zum Glück noch von solchen Ärzten begleitet.

Wo sind die mutigen, erfahrenen Kinder- und Hausärzte?

Heute sind diese menschlichen, erfahrenen Ärzte fast alle pensioniert oder gestorben. Und diejenigen, die praktizieren, sind total überlastet. Immer öfters werde ich im Coaching gefragt, ob ich eine Adresse einer Kinderärztin oder eines Hausarztes hätte, die die Situation verstehen könnten und sowohl das Kind als auch die Eltern unterstützen würden. Ich kenne nur noch ganz wenige solcher Ärzte, welche volles Vertrauen in Eltern haben und das Familiensystem über das Schulsystem stellen.

Liebe Ärztinnen und Ärzte

Sollten Sie diesen Blog lesen und sich angesprochen fühlen, dann melden Sie sich doch bitte bei mir. Ich würde mich sehr darüber freuen, Sie auf meine Liste der hilfreichen Ärzte zu setzen und danke Ihnen schon im Voraus.

Herzlich, Ihre Monika Fiechter Stalder

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