Gibst du dein Kind in eine Kita?

Die Medien

Und wieder wird in den Medien diskutiert, ob Kindertagesstätte schädlich für die Kinder sind oder ob sie den Kindern gut tun. Da gibt es scheinbar Studien, welche belegen, dass Kinder, welche früh in die Kindertagesstätten abgegeben werden, keine gesunde Bindung entwickeln. Aber es gibt auch Studien, die belegen, dass Kitas gut für die soziale Entwicklung sind.

Schuldgefühle

Gehörst du zu den Eltern, die die Kinder schon früh in die Kindertagesstätte abgeben, hast du Schuldgefühle, wenn du die eine Studie liest. Gehörst du jedoch zu den Eltern, die die Kinder selber betreuen, beschleicht dich das ungute Gefühl, deinem Kind zu wenig soziale Kontakte und Trainings zu ermöglichen.

Andere Betreuungsmodelle als Kindertagesstätten?

Ich finde die ganze Thematik problematisch. Gerade Frauen, welche im Berufsleben bleiben wollen, geraten oft in ein grosses Dilemma.

Durch diese Pro-und-Contra-Haltung geht verloren, dass es der Gesellschaft gut tun würde, sich zu überlegen, ob es nicht andere Lösungen gäbe, als die Kinder so früh in die Fremdbetreuung abgeben zu müssen.

Wie wäre es mit einem langen Elternurlaub, wie ihn einige europäische Länder schon längst kennen. Dabei wird die Stelle garantiert frei gehalten und es gibt eine finanzielle Unterstützung. So können Mütter und Väter die erste, sehr strenge Zeit mit ihrem Kind doch recht unbelastet geniessen. In diesen Ländern beweisen Staat und Wirtschaft, dass ihnen Familien etwas wert sind.

Familienunfreundliches Schweizermodell

In der Schweiz hat die Familie keinen grossen Stellenwert. Familie ist Privatsache. Familien werden kaum unterstützt. Der Vater bekommt genau einen Tag Urlaub, wenn sein Kind zur Welt kommt und der Mutterschaftsurlaub ist zu kurz.

Nun werden von der Wirtschaft und auch von den Eltern immer mehr Kita-Plätze gefordert. Frauen wollen in den Berufen, die sie gelernt haben, tätig sein. Aber wir sind unsicher, was die Betreuung der Kinder angeht.

Wer arbeitet in Kitas?

Da gibt es sicher tolle Menschen, die in den Kitas arbeiten. Aber ist ein Ort, der extra für die Betreuung der Kleinkinder erfunden worden ist, der ideal Platz? Ist eine Kita nicht eigentlich eine sehr künstliche Kleinkinderwelt? Hier arbeiten viele sehr junge Frauen; ein Grossteil ohne Ausbildung, missbraucht als jahrelange Praktikantinnen. Kita-Plätze sind ungeheuer teuer für die Eltern und auch den Staat. Sie würden unbezahlbar, wenn nur ausgebildetes Personal arbeiten würde.

Es gibt sicher achtzehnjährige junge Frauen, die so sensibel sind, dass sie, ähnlich wie eine Mutter, die Bedürfnisse eines Säuglings erahnen und adäquat darauf reagieren können. Aber das sind längstens nicht alle. Auch wenn alle Kita-Mitarbeiterinnen gut ausgebildet sind, braucht es für die Betreuung eines Säuglings oder Kleinkindes mehr als Ausbildung. Und dieses Sensorium bringen nicht alle mit. Viele adäquaten Reaktionen von Mütter und Väter sind angeboren und können nicht erlernt werden.

Forderungen?

So bin ich persönlich auch nicht begeistert von der Forderung nach immer mehr Krippenplätzen. Mir wäre es lieber, wenn andere Arbeitsmodelle diskutiert und von den Unternehmen umgesetzt würden. Auch sind unsere Politiker und Politikerinnen aufgefordert, für Familien in der Schweiz eine bessere Grundlage zu schaffen.

Wir müssen uns darüber unterhalten, was uns Familien bedeuten, welchen Stellenwert die Arbeit hat und wie wir beides organisieren können, ohne Verlierer zu produzieren.

 

 

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