Wie kann Freilernen gelingen?

Ich werde in meinen Beratungen von neuen Freilerneltern immer wieder gefragt, was sie denn tun müssen, damit das Kind  auch wirklich lernt. Hier 4 Tipps:

1.  Sind wir Freilerner oder Homeschooler?

Kläre ab, was du unter lernen verstehst. Meinst du damit das Lernen, das in der Schule praktiziert wird oder meist du frei lernen?

Wenn dein Kind Schulwissen erhalten soll, dann musst du dir Schulbücher beschaffen und Homeschooling machen. D. h. Du musst dein Kind unterrichten und kannst dann nicht mehr von frei lernen sprechen. Es kommt ganz selten vor, dass sich Kinder freiwillig mit Schulbüchern befassen. Erstens sind sie langweilig und zweitens zu pädagogisch. Für das Anwenden heutiger Schulbücher musst du erst geschult werden.

Es lohnt sich, sich sehr alte Schulbücher zu besorgen, weil diese den Stoff noch völlig pragmatisch vermitteln und man sehr viel Zeit und Geld sparen kann.

Wenn du dich also für Homeschooling entschieden hast, gibt es Sinn, einen Pädagogen zu konsultieren, damit er dir bei der Umsetzung des Schulstoffes hilft oder diesen besser gleich selbst vermittelt.

2. Trainiere dich, das Lernbedürfnis deines Kindes zu erkennen

Falls du weiterhin beim Freilernen bleiben willst, dann musst du dich fragen, welche Lernbedürfnisse dein Kind hat.

Das ist ein sehr wesentlicher Punkt. Nicht jedes Bedürfnis des Kindes ist ein echtes Lernbedürfnis. Ein echtes Bedürfnis zeigt sich oft darin, dass sich die Kinder bereits mit dem Thema befassen und dann nach mehr Informationen fragen. Kennzeichnend ist die Hartnäckigkeit, mit der sie daran bleiben. Dann ist es Zeit, sie für einen Kurs anzumelden, einen „Meister“ ausfindig zu machen oder sie sonst mit viel Material zu versorgen.

3. Zeig deinem Kind die Welt

Mache deinem Kind viele Angebote. Lade es ein, mit dir regelmässig die Bibliothek und Ausstellungen im Museum zu besuchen, an einem speziellen Anlass mitzumachen, mit dir Konzerte zu geniessen oder einen Film gemeinsam anzuschauen.

Miete immer wieder ein anderes Instrument, mit dem sich das Kind ein paar Wochen befassen kann, wenn es mag.

Sorge dafür, dass es Beziehungen auch zu Tieren aufbauen kann, in dem es selber eines besitzt. Sollte das unmöglich sein, dann kann sich dein Kind regelmässig um ein fremdes Tier kümmern. Doch bitte ohne Zwang (Tiere betreuen während der Kindheit ist ein ganz heikles Thema, das von den meisten Eltern falsch angegangen wird).

Mache viele Ausflüge an einen Bach oder See, in eine fremde Stadt oder in den fremdsprachigen Landesteil (was in der Schweiz halt problemlos möglich ist). Hast du keine Reisemöglichkeit, sorge dafür, dass dein Kind Kontakt zu Menschen hat, die eine andere Sprache sprechen und eine andere Kultur pflegen.

Vielleicht sind dir durch meine Aufzählungen nun noch selber viele Dinge, die du mit deinem Kind unternehmen könntest, in den Sinn gekommen. Ich wünsche euch beim Lernen daher viel Spass!

Vergiss aber nicht vor lauter Angeboten, dem Kind genügend Zeit zur Musse einzuräumen. Es darf deinem Kind auch langweilig sein. Auch dadurch lernt es sehr viel für das Leben.

4. Sei ein gutes Vorbild

Es ist lohnenswert, wieder selber zum Freilerner zu werden. Versuche, wieder selber neugierig zu werden und befasse dich mit neuen Themen, die du noch nicht kennst. Vielleicht lernst du endlich einmal stricken oder vertiefst dich in das Leben der Ameisen. Entdecke auch für dich eine neue Lernwelt und stürze dich hinein.

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